Nach fünfjähriger Pause und pandemiebedingt in den Herbst verschoben fand am Sonntag, dem 10.Oktober 2021 der Historische Schnadezug in Wirmighausen mit über 100 Teilnehmern statt.
Bei noch frostigen Temperaturen im Dorf ließ Oberst Dirk Sude die Kompanie Am Wasser in Wirmighausen antreten und nach Begrüßung durch den Schützenkönig Carsten Krummel ging es mit musikalischer Unterstützung durch den Spielmannszug Mühlhausen durch das Westerfeld zum Startpunkt der Schnade im Aartal am Dreiländereck Adorf-Benkhausen-Wirmighausen, wo bereits Abordnungen des Benkhäuser Ortsbeirats zum Start der Schnade und der Adorfer Schützengesellschaft zum Begang des gemeinsamen Grenzabschnittes warteten.
Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden Frank Kurpiers der auch auf den historischen Hintergrund und der heutigen Verbindung zur Schnade erläuterte, gab es auch einige Grußworte des Benkhäuser Ortsvorstehers Erich Fischer und des Adorfer Vorsitzenden Markus Bornemann.
Anschließend eröffneten die Wirmighäuser Kanoniere mit Böllerschüssen, abgefeuert durch den Schützenkönig den Schnadegang, der auch von der Wirmighäuser Ortsvorsteherin Regina Lückel und dem Diemelseer Bürgermeister Volker Becker begleitet wurde.
Gleich am ersten Grenzstein am Rottenberg hatte das von der Wirmighäuser Burschenkompanie gestellte Stutzkomando gut zu tun. Dieser markante Grenzstein oberhalb der Aartalstraße wurde vor 20 Jahren unter Federführung des Ortsbeirats Benkhausen neu gesetzt.
Mit dem Spruch „Der Stein, die Grenze, in Ewigkeit“, bekamen die ersten Teilnehmer, sowie die Benkhäuser Abordnung nebst dem Diemelseer Bürgermeister den Stein zu spüren.
Anschließend ging es unter der Führung der Schnadefahne das Steile Stück den Rottenberg hoch und über den Rottenbergkopf hinunter in Richtung zur Mühle. Im Rottenberg sollen einige Steine, die vermutlich beim Holzrücken umgeworfen wurden, zusammen mit den Adorfern neu gesetzt werden.
Nach kurzer Pause unter dem Rottenberg, verlief die Schnade weiter über die Lehmkuhle, durch die Masche zum Katenberg. Am Katenberg oberhalb der Wirme erinnerte der Vorsitzende Frank Kurpiers an den Grenzstein der 1997 zusammen mit der Schützengesellschaft Adorf neu gesetzt wurde. Durch Katenberg, Heimbicke, über das Rote Land und durch die Kalte Buche ging es in Richtung Hermanshof. Auf dem Roten Land konnte dem exakten Grenzverlauf wegen eines dichten Maisfeldes nicht gefolgt werden, was vom Adorfer Schnadekundigen Wilhelm Pohlmann bemängelt wurde.
Nach Mittagsrast hinter dem Hermanshof ging die Schnade weiter durch das Rote Land in Richtung Vasbeck, an dem auch eine Vasbecker Abordnung mit dem Ortsvorsteher Albrecht Tobien dazustieß. Nach Begrüßung und Grußworten am Grenzpunkt des Drei-Länder-Ecks Adorf-Vasbeck-Wirmighausen, hatten die Vasbecker für diese Stelle einen provisorischen Stein für die Schnade organisiert, da der alte Stein zum wiederholten Male durch landwirtschaftliche Maschinen stark beschädigt und eine Reparatur nicht mehr möglich war. Ein neuer Stein soll unter Beteiligung aller drei Orte gesetzt werden. Über den Kesenberg und an der Silberkuhle entlang ging es durch ein Maisfeld zum Endpunkt der Schnade am Dreiländereck Vasbeck-Gembeck-Wirmighausen auf der Haidbreite. Dort endete der Schnadezug und klang bei bestem Wetter gemütlich aus.
Für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Schnadezugteilnehmer fuhr eigens ein Planwagen parallel zur Schnadestrecke. Der Vorsitzende bedankte sich bei allen Teilnehmern, dem Stutzkomando welches 96-mal tätig werden musste, sowie auch bei allen, die bei der Durchführung des Schnadezuges, bei den Vorbereitungen, beim Freischneiden der Grenze und beim Auffinden von Grenzsteinen geholfen hatten.
Das nächste historische Schützenfest findet vom 15.-17.07.2023 in Wirmighausen statt!
